News

LAG Düsseldorf - Schlägerei auf Karnevalsfeier rechtfertigt fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses

In seinem Urteil vom 01.02.2016 hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Düsseldorf bestätigt, wonach eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses dann gerechtfertigt ist, wenn ein Arbeitnehmer auf einer betrieblichen Karnevalsfeier (Weiberfastnacht) Kollegen verletzt. Dies gelte selbst dann, wenn der Arbeitnehmer mit dem Brauchtum nicht vertraut ist.

In dem konkreten Fall versuchten zwei Kolleginnen dem Kläger mehrfach die Krawatte abzuschneiden, woraufhin es zwischen den Beteiligten zu einer Auseinandersetzung kam. Auch mit anderen Kollegen kam es dann im Weiteren zu körperlichen Auseinandersetzungen. Einem Kollegen musste ein Notarzt später sogar Splitter eines Bierglases, welches der Kläger ihm gegen den Kopf geschlagen hatte, aus dem Stirnbereich entfernen.

Als Rechtfertigung für sein Verhalten hatte der Kläger im Verfahren vorgetragen, dass er sich durch das Verhalten seiner Kolleginnen aufgrund einer krankheitsbedingten Angststörung bedroht gefühlt habe. Das Gericht entschied jedoch, dass selbst vermeidliche Angstzustände solche Taten nicht zu rechtfertigen vermögen.

Zuvor hatte das Integrationsamt seine Zustimmung zu einer fristlosen Kündigung erteilt. Auch der Betriebsrat war angehört worden.